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Kat.Nr.: A34561
Klaus Kuchling - Orgel

Alfred Stingl: Eteint - L’histoire d’une destruction





Kontakt (gültig zur Zeit der Aufnahme):
Klaus Kuchling, Heinrich-Heine-Gasse 30, A-9020 Klagenfurt, 0463 / 31 05 31 klaus.kuchling@aon.at


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Diese Produktion ist fertig

Aufgenommen im Feber 2003 an der Mathis-Orgel des Domes zu Klagenfurt vom TONSTUDIO WEIKERT, A-9560 Feldkirchen, Tel. 04276 / 8153, homepage: www.weikert.com, Technik: Thomas Mildner, Aufnahmeleitung und Editing: Peter Weikert

Es wurde der Wunsch geäußert, die französischen Titel ins Deutsche zu übertragen – das Resultat ist unbefriedigend und kann das Original nicht ersetzen, zeigen doch beide Sprachen Eigentümlichkeiten, die nicht austauschbar sind. Nach langem Bemühen, aus der deutschen Sprache ein grammatikalisch, syntaktisch, inhaltlich und klanglich schlüssiges Ergebnis zu formen, mußte ich mein Scheitern eingestehen – letztendlich bot das Französische die Möglichkeit, als sprachliches Medium den Anforderungen zu genügen.
Das Programm mag stellenweise vordergründig – illustrativ, „griffig“ wirken – offensichtlich aber fehlt ein konsequenter, kausaler „Handlungsablauf“. Das Poetische, das Bildhafte – ich empfinde es wie expressionistische, surreale Lyrik – kann und will Assoziationen, Emotionen, Gestimmtheiten, Befindlichkeiten evozieren, diese einzäunen, umzäunen, es will den Hörer wie ein klingendes Führungsseil ganz auf s e i n e n Wegen durch die Musik leiten, weitab aller begrifflichen Verbindlichkeiten; Sprache wird musikalischer Baustein.
Nach dreieinhalbjähriger Arbeit an der Oper „Sauschlachten“ fand ich mich in einer seltsamen Lage, einer Art Betäubung – aus der man langsam erwacht; v i e l e Fragen waren offen, drängten nach Antwort, Reaktion, nach einer Standortbestimmung; auf das Komponieren bezogen schienen ethische, ästhetische, technische Aspekte überprüfenswert – das Orgelwerk –E T E I N T – ist ein Versuch der musikalischen Bewältigung dieser Situation: Zertrümmerung, Verfall, Untergang gegen Wiederbeginn, Bestärkung, Aufstieg; in schroffem Gegensatz, durch Berührungsebenen miteinander verwoben, auf vielerlei Weise sich überkreuzend bilden diese Gegenspieler Grundlage der Architektur.
Weg vom lauten Getöse des Theaters, der Betriebsamkeit und Weltlichkeit in die Stille des Kirchenraumes, dessen feierlicher Ernst mich berührt wie die Aura des Hochgebirges, das Kathedralenhafte von Eis und Urgestein, wo ich bedeutungslos bin, – gerade darum gerne bin, – wo es Fragen nicht mehr gibt.
– E T E I N T – ist ein mystisch-religiöses Werk ohne konkreten liturgischen Bezug.
Dass es heute erklingt, danke ich meinem Freund KLAUS KUCHLING, der in langer, akribischer Arbeit, mit seltenem Durchhaltevermögen und der dazu erforderlichen Besessenheit die enormen Schwierigkeiten einer Interpretation lösen konnte.

Alfred Stingl



Klaus Kuchling